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Das CIRRNET-Projekt
Die SGAR hat in Kooperation mit der Stiftung für Patientensicherheit (www.patientensicherheit.ch) im Jahre 2006 das Pilotprojekt CIRRNET (= Critical Incident Reporting and Reacting NETwork) inauguriert. Das Ziel dieses Projektes ist der Aufbau eines Netzwerks, in welchem Erkenntnisse aus Fehlermeldungen verschiedener Quellen zusammengeführt werden, um das Lernen aus Fehlern auf eine möglichst breite Datenbasis zu stellen. Hierbei ist es ein spezielles Anliegen der SGAR, mittels dieses Projektes ihr 1998 geschaffenes nationales Anästhesie-CIRS, das unter anderem aus technischen Gründen (Inkompatibilität der lokal verwendeten CIRS-Systeme) einen Dämmerschlaf führte, zu revitalisieren. Der CIRRNET-Steuerungsgruppe, welche aus Vertretern der SGAR und der Stiftung für Patientensicherheit besteht, ist es in Zusammenarbeit mit 24 Pilotspitälern und nationalen Experten gelungen, seit 2006 verschiedene Projektphasen erfolgreich umzusetzen.
In einer Vorbereitungsphase (wurde mit internationalen und nationalen Experten ein Minimal Data Set definiert, zum zweiten fand die Ausschreibung des Projektes, auf deren Basis die Pilotspitäler ausgewählt wurden, statt, und danach wurde mit einer externen EDV-Firma die technische Lösung für die Vernetzung der lokalen CIRS-Systeme konzipiert. Höchste Priorität hatte dabei die Gewährleistung der völligen Anonymität der Meldungen, sowohl hinsichtlich der meldenden Institution als auch der betroffenen Patienten. In der darauf folgenden Aufbauphase (Umsetzung der Vernetzung) wurde das Netzwerkmanagement errichtet und die technischen Voraussetzungen für die elektronische Vernetzung der Netzwerk-Datenbank mit den unterschiedlichen lokalen CIRS-Systemen geschaffen. An Nachdem die für den Betrieb der Schnittstelle von CIRRNET-Datenbank und jeweiligem lokalen CIRS-System notwendige Technologie implementiert war, werden in der seit September 2006 laufenden Betriebsphase von den teilnehmenden Pilotspitälern „cirital incident“-Fälle in die CIRRNET-Datenbank weitergeleitet.
Inzwischen ist eine CIRRNET-Homepage geschaffen worden (www.cirrnet.ch). Diese steht allen Projektteilnehmern als Plattform für den Wissensaustausch zur Verfügung. Sie können Einsicht in Meldungen und Kommentare nehmen, eingegangene Meldungen kommentieren, Informationen über in Bearbeitung befindliche Themenfelder erhalten und weiterführende Informationen zu beziehen.
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Identifikation themenspezifischer Problemfeldern aus den CIRRNET-Meldungen und deren Bearbeitung in Arbeitsgruppen von Experten. Die Zahl der in die CIRRNET-Datenbank einlaufenden Meldungen steigt kontinuierlich. So kann man bereits jetzt Tendenzen erkennen und beispielhaft sich wiederholende Fehlerkomplexe bearbeiten.
Ein grosses Anliegen ist die Förderung der Meldefreudigkeit. Es liegt in der Hand der CIRS-Verantwortlichen der teilnehmenden Pilotspitäler bzw. Anästhesieabteilungen, alle nicht nur lokal bedeutsamen Fehlermeldungen in die CIRRNET-Datenbank zu übermitteln, und zwar nicht nur aktuelle Meldungen, sondern auch solche, die bereits längere Zeit zurückliegen und von überregionalem Interesse sind. Es ist zu betonen, dass grundsätzlich die lokalen CIRS-Verantwortlichen zu entscheiden haben, was sie als weiterleitungswürdig beurteilen und was nicht.
Das Interesse am CIRRNET-Projekt geht über die Anästhesiologie hinaus, es ist auch bei anderen Fachdisziplinen und weiteren Spitälern vorhanden. Deshalb ist das Projekt von vornherein so konzipiert, dass eine Öffnung für weitere Teilnehmer möglich ist. Die technischen Voraussetzungen der CIRRNET-Datenbank sind dafür bereits gegeben. Nach der erfolgreichen Aufschaltung der Homepage und einer ersten Bearbeitung von Problemfeldern durch Arbeitsgruppen wird die Stiftung für Patientensicherheit gemeinsam mit der SGAR über eine Öffnung für weitere Interessierte entscheiden. Bevor es jedoch zu einer solchen Öffnung kommt, werden die Erfahrungen der Pilotspitäler evaluiert und an einer gemeinsamen Veranstaltung diskutiert. Nach Abschluss des Pilotprojekts, also noch im Jahre 2007 werden zunächst alle Institute und Abteilungen für Anästhesiologie der Schweiz eingeladen werden, sich aktiv am CIRRNET-Projekt zu beteiligen, danach weitere Fachdisziplinen.
